Garten und Natur

Gärten und Parks zeigen das unterschiedliche Verhältnis zur Natur, es gibt solche, die ein Gespräch mit der Natur sind, und solche, die ein Selbstgespräch des Gärtners mit sich selbst sind, solche auch, oft kleine und private Gärten, die mißtrauischen Umgang mit der Natur bezeugen.

Ansprüche

Ebenso oft wie ich versuche, mir das Leben gut einzurichten, wundere ich mich darüber; über meine Ansprüche mehr als über allerlei Phantasien.
Die Phantasien sind bescheiden: man könnte einen großen Garten in einer hügeligen Landschaft haben, durch den ein kleiner Bach flösse. Sie müssen sich auch nicht verwirklichen.

Wünsche und Phantasien verbinden mich mit den anderen Menschen, meine Ansprüche trennen mich von ihnen: denn ich will zu den wenigen gehören, die schöne Orte, Gesundheit, Wohlstand und andere Arten von Glück okkupieren.

 

siehe Berenberg Verlag

Wetter

Man redet über das Wetter, es geht den Bach runter, sagt man, der Winter kein Winter mehr, die Sommer zu heiß und zu trocken, die Nächte zu kalt, der Globus dreht sich, das ist auch alles, und der Philosoph Bertrand Russell bemerkte schon zum Huhn, das jeden Morgen sein Futter erwartet, jedoch eines Tages geköpft wird, es hätte sich besser einen genaueren Begriff von Induktion gemacht. Das Wetter ist zum Fürchten, oder anders herum, wenn man sich eh fürchtet, warum nicht auch vor dem Wetter. Harmlos ist das Thema nicht, seit wir denken, das Wetter sei weder launisch noch gott-gegeben. Wir haben es gemacht, und was wir angerichtet haben, ist schlimmer als ein Gottesgericht.

Wir sind uns selbst ausgeliefert, in uns sind wir das schon immer, jetzt sind wir es auch in der Welt. Das Werk unserer Phantasie quält unsere Phantasie.

 

siehe Berenberg Verlag