Tel Aviv

»Eine Geschichte, die unbedingt zu erzählen ist und nicht für sich selbst, sondern um der Stadt willen. Man fällt nicht leicht von der Erdkruste. Die Blicke verhaken sich. Sie werfen Anker.«
Tel Aviv heißt diese Geschichte aus einer Stadt, von der Katharina Hacker in ihrer ersten Veröffentlichung erzählt.
Tel Aviv, das ist eine Stadt, wo Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprachen um eine neue Heimat und um neue Lebensentwürfe ringen. Dorthin kehrt die junge Ich-Erzählerin aus Deutschland zurück; sie erzählt in knapper Sprache von Begegnungen und Ereignissen, aus denen die Geschichte einer Stadt sich zusammensetzt; sie berichtet von Freunden, beobachtet Menschen in den Cafés und auf den Straßen, die Nachbarn oder das Sterben der Alten. Unter den kühlen Blicken und klugen Fragen dieser Erzählerin werden die Dinge und die Menschen zu anderen. Es ist diese Magie, die der Prosa von Katharina Hacker die eigene Atmosphäre verschafft.
Die Stadterzählung Tel Aviv hält zwischen den »Gegebenheiten« der vielen Geschichten und den »imaginierten Gegebenheiten« im Blick der Erzählerin eine poetische Schwebe – so fragil, so flüchtig, wie sich Menschen in der Großstadt bewegen. Darüber hinaus zeigt diese Prosa, wie heute über die Großstadt geschrieben werden kann.


Pressestimmen

»Jede Begegnung, jedes Ereignis und jede Tätigkeit hat ein besonderes Gewicht, eine Geschichte, die unbedingt zu erzählen ist<, heisst es einmal programmatisch; Katharina Hackers Stadtrundgang Tel Aviv erzählt diese Geschichte, ihre erste. Und sie tut es auf sprachlich beeindruckend ökonomische Weise und mit feinem Gespür für die inneren und äusseren Widersprüche einer Stadt wie Tel Aviv.«
Peter Henning, Facts, Das Schweizer Nachrichtenmagazin

»...die Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, die scheinbar unwichtigen Alltagsbeobachtungen verdeutlichen die Paradoxien und Widersprüche, die Sorgen und Ängste, Brutalität und Zynismus, die Hoffnungen und kleinen Freuden, die man in der Kombination nirgends sonst auf der Welt beobachten kann. Und ganz nebenbei ist Tel Aviv auch literarisch ein Kleinod. So kühl und unprätentiös Katharina Hacker auch erzählt, so erhält ihre Sprache durch Ausflüge ins Surrealistische doch eine fast magische Atmosphäre. Vielleicht ist dies der einzig gangbare Weg, sich dieser Stadt zu nähern, die so abstoßend und anziehend zugleich ist.«
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost


Tel Aviv. Eine Stadterzählung. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1997. ISBN 978-3-518-12008-8